Johanna hat uns einen Brief an ihre Arbeitskollegen zukommen lassen, mit dem sie sich an ihrem Arbeitsplatz sehr erfolgreich geoutet hat. Wir möchten euch diesen Brief gerne als Hilfe zur Verfügung stellen, wenn ihr euch in einer ähnlichen Situation befindet.

 

Liebe Kolleginnen,
liebe Kollegen,

 

dem einen oder anderen ist es vielleicht schon aufgefallen, dass sich bei mir einiges tut. Hiermit möchte ich euch kurz informieren was es damit auf sich hat.

Ich leide an einer Geschlechtsidentitätsstörung. Das heißt ich bin zwar genetisch ein Mann, fühle mich aber dennoch dem weiblichen Geschlecht zugehörig. Darum werde ich alles mir mögliche tun, um mein Äußeres meinem gefühlten Geschlecht anzugleichen.

Dies ist für mich keine leichte Entscheidung und wird auch kein einfacher Weg. Begleitende Psychotherapie, Hormonersatztherapie, Bartepilation und Vornamensänderung sind nur einige Dinge, die mich auf meinen Weg begleiten. Doch keine Angst, ich bleibe der gleiche Mensch, der euch wie gehabt mit Rat und Tat und der gleichen Kompetenz zur Seite steht. (nur schöner :D)

Ich kann es sehr gut verstehen, wenn der eine oder andere meinen Lebenswandel nicht nachvollziehen kann. Das erwarte ich auch von niemandem, denn ich habe selbst mein ganzes Leben gebraucht um zu verstehen, was mit mir los ist. Was ich mir wünsche ist, dass ihr meinen Weg respektiert, soweit euch möglich akzeptiert und nicht versucht mich eines Besseren zu belehren.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr mit euren Fragen direkt auf mich zukommt. Gerne stehe ich dann Rede und Antwort. Für alle anderen hier noch einige Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Geschlechtsidentitätsstörung
http://de.wikipedia.org/wiki/Transsexualität
http://trans-ident.de/was-ist-transidentitaet

Es wäre genial, wenn Ihr mich nach meinen Urlaub mit meinem neuen Namen Johanna ansprechen würdet. Ich werde niemand böse sein, wenn es nicht auf Anhieb klappt ;-)

 

Liebe Grüße,

Johanna

eure neue Kollegin

 

Ein herzlicher Dank an Johanna für diesen hilfreichen Beitrag.